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Donnerstag, 05. Oktober 2017

Sechs Tipps zum erfolgreichen Visualisieren

Mit den richtigen Tipps an der Hand macht die Technik der Visualisierung Ihre Vorträge, Meetings und Seminare zu einem echten Hingucker.

 

Schon in der Steinzeit wurden Bilder verwendet, um Informationen festzuhalten und zu überliefern. Diese Zeichnungen verkörpern den Ursprung der menschlichen Kommunikation. Heute unterstützt das Prinzip der visuellen Verdeutlichung (engl. „Visual Facilitation“) Moderatoren, Seminarleiter, Trainer, Coaches, Führungskräfte, Teamleiter, Supervisoren, Lehrende und viele andere dabei, nachhaltiger und effektiver zu kommunizieren. Ansprechende Visualisierungen vermitteln auch eine gewisse Wertschätzung für den Betrachter. Sei es in Meetings, bei Präsentationen, im Unterricht, Coachings, oder Kundengesprächen - selbst in trockenen oder steifen Themen wie Projektplanung, technischen Angelegenheiten oder auch bei einfachen Notizen kann das richtige Tool Jeden darin unterstützen, sich kreativ und zeichnerisch, visuell auszudrücken. Lieder sind einladend und kreativ gestaltete Flipcharts und Pinnwände immer noch selten. Meist sind es digitale Präsentationsmedien, die die Teilnehmer neben dem Sprachlichen im Lernprozess unterstützen sollen. Das Potential von Visualisierung als Methode scheint in manchen Bereichen wie etwa dem Schulwesen unterschätzt zu werden. Liegt es möglicherweise daran, dass viele sich dieser Form der visuellen Darstellung nicht gewachsen fühlen und ihr Talent an dieser Stelle weit unterschätzen?

 

So wie bildhafte Elemente die Kommunikation ergänzen und vertiefen, können sie auch den Lernerfolg drastisch steigern. Ziel einer Visualisierung sollte für den Anwender sein, das Gesprochene, also das Wort, sichtbar zu machen und weniger, perfekte Zeichnungen zu erstellen. Konkret geht es darum, Bilder in den Köpfen der Empfänger zu erschaffen, die klar verständlich und leicht einprägsam sind. Selbst, wenn Sie nicht besonders zeichnerisch begabt sind, können Sie dennoch die vermittelten Inhalte mit Visualisierungen untermalen. Im Folgenden finden Sie sechs leicht umsetzbare Tipps, die Sie dabei unterstützen, professionelle Visualisierungen für ihr nächstes Seminar oder die nächste Präsentation selbst zu gestalten. Alles was Sie dazu brauchen, ist ein mit Papier bespanntes Flipchart oder eine Pinnwand (sollte das Papier liniert oder kariert sein drehen Sie das Papier um, sodass Sie auf rein weißes Papier zeichnen), Fasermaler mit Keilspitze (schwarz, hellgrau, sowie zwei Farben nach Wahl) und ein Stück Wachsmalkreide.

 

1) Schrift/Text

Der wohl wichtigste Punkt im Hinblick auf die Schrift ist die Lesbarkeit. Um diese auch bei undeutlichen Handschriften zu gewährleisten, sollten Sie große und kleine Druckbuchstaben mit kurzen Ober – und Unterlängen verwenden. Halten Sie zudem die Spitze des Fasermalers immer quer, damit Sie bei Abstrichen die gesamte Breite nutzen können. Achten Sie darauf, nicht umzugreifen - das sorgt für einen gleichmäßigen Eindruck. Wählen Sie außerdem eine markante Überschrift, die dem Leser schnell ins Auge fällt und dem Thema visuelle Wichtigkeit gibt. Beispielswiese können Sie die Umrisse der Buchstaben zeichnen und diese später mit Farbe füllen.

„Wenig Text für große Wirkung“ lautet der Grundsatz jeder Visualisierung. Konzentrieren Sie sich daher auf die wirklich wichtigen Worte. Füllwörter, Ausschweifungen oder Randinformationen haben hier keinen Platz. Denken Sie auch daran, dass Ihre Teilnehmer keinen Adlerblick haben. Wählen Sie eine ausreichende Schriftgröße im Hinblick auf Raum- und Blattgröße sowie die Anzahl der Empfänger. Folgende Richtwerte haben sich bewährt: 1-10 Teilnehmer = 2,5cm Schriftgröße, 10-15 Teilnehmer = 3cm Schriftgröße, bis max. 20 Teilnehmer = 4cm Schriftgröße.

Wählen Sie zudem eine ausreichend dicke Strichstärke, diese lässt sich aus der Entfernung besser lesen. Hierzu eignen sich besonders Fasermaler mit Keilspitze. Buchstaben eng aneinander zu schreiben, hilft dabei auch für lange Überschriften, um auf dem begrenzten Blatt Papier Platz zu schaffen. Dehnen Sie Ihre Schrift zu sehr, mindert das Übersichtlichkeit und Lesbarkeit. Überlappende oder hintereinanderstehende Buchstaben machen das Ganze zusätzlich interessant. Lassen Sie hierbei die unsichtbaren bzw. verdeckten Linien weg.

 

2) Symbole und Figuren

Laut den führenden Gedächtnispsychologen lässt sich das Lernen optimieren, wenn sprachliche Elemente mit bildhaften verbunden werden. Ersetzen Sie viele Worte durch einfache Figuren und Symbole, die unverkennbar sind. Sie dienen als Metaphern, fassen Begriffe zusammen und setzen Impulse. Beispielweise lässt sich das Symbol „Glühbirne“ als Synonym für „Idee“ gut in die eigene Visualisierung einbetten. Der Einsatz von Bildmaterial ist ein Mittel, um Aufmerksamkeit und Begeisterung durch nahen Realitätsbezug zu fördern. Eventuell finden Sie auch ein kleines Symbol, welches die Überschrift bildlich bestärkt, wenn Sie es in das Wort einbauen. Ein solches gern verwendete Symbol ist z.B. das Herz in „Herzlich Willkommen“.

 

3) Container

Nach Text und Bildinhalt beginnt die Ausgestaltung der Visualisierung. Um wichtigen Inhalten mehr Prominenz zu geben, sowie um für visuelle Struktur und klare Übersicht zu sorgen, können Sie Container um die entsprechenden Textbausteine setzen. Container können beispielsweise in der Form von gezeichneten Sprechblasen, Notizzetteln, Schriftrollen oder Ähnlichem verwendet werden. Achten Sie beim Zeichen darauf, dass die Linien sich nicht immer treffen, sodass der Container nicht zu starr, sondern belebt wirkt. Mit etwas Farbe können Sie später Ihren Containern noch mehr visuelle Relevanz geben.

 

4) Pfeile und Linien

Durch die Verwendung von Pfeilen weisen Sie den Betrachter optisch in die richtige Richtung. Linien helfen Verbindungen aufzuzeigen. Prozesse lassen sich mit diesen Elementen leicht abbilden. Besonders motivierend für den Empfänger sind Pfeile, wenn sie dem Bild oder einem Bildelement eine Richtung geben. Pfeile können auch als Container auftauchen und bieten so Platz für den Titel des einzelnen Prozessschritts.

 

5) Schatten

Durch das Einfügen von Schatten wirken Container, Überschriften und Symbole noch plastischer. Entscheiden Sie einmalig für die einzelne Visualisierung „wo die Sonne steht“ um auszumachen, wo Sie Schatten einzeichnen können. Nutzen Sie hierzu den Schattenstift (einen hell-/silbergrauen Fasermaler mit Keilspitze). Versuchen Sie nicht, scheinbar „misslungene“ Schatten nachzubessern. Das Unperfekte reizt das Auge und schafft Aufmerksamkeit. Außerdem ist der Schatten eines Objekts auch in der Realität meistens „diffus“.

 

6) Farben

Einen lebhaften Anstrich, wie auch eine besondere Tiefe, erhält Ihre Visualisierung, wenn Sie verschiedene Arten von farbgebenden Materialen verwenden, zum Beispiel einen Wachsmalblock für den Hintergrund. Diese eignen sich gut dafür, Farbe großflächig und zügig aufzutragen. Für das farbliche Markieren von Überschrift, Figuren oder Symbole eignen sich besonders die bereits erwähnten Fasermaler. Verwenden Sie jedoch nicht zu viele verschiedenen Farben – „weniger“ ist auch an dieser Stelle „mehr“. Malen Sie die Elemente, denen Sie einen Farbtupfen geben möchten, nicht komplett aus – das erspart Ihnen zum einen Zeit, besonders wenn Sie „live“ vor einer Gruppe oder in einem Coaching die Visualisierungstechnik anwenden, zum anderen gibt es dem Ganzen einen professionellen Kick.

 

Mit diesen sechs Tipps können Sie sich nun an Ihre eigenen Visualisierungen wagen. Mit der Zeit werden Sie Ihre eigene „Bild“-Schrift entwickeln und Sicherheit beim Visualisieren gewinnen. Übung macht letztendlich auch hier den Meister. Auch Miike Keppler, Geschäftsführer der Akademie für Coaching, Gesundheit und Führung GmbH, behauptete selbst noch vor einiger Zeit „... ich kann nicht zeichnen“. Heute gibt er seit Jahren erfolgreich Visualisierungstrainings für Trainer, Coaches, Führungskräfte und Mitarbeiter in Groß-, wie Kleinunternehmen, für Lehrende an Universitäten und Hochschulen, sowie Gewerkschaften und Verbände. „Seit Jahren gestalte ich nun meine Seminare in den Bereichen Coaching, Gesundheit und Führung mit Hilfe der Technik des Visualisierens. Die Rückmeldungen der Teilnehmenden sind stets positiv. Viele wollen das auch können und fragen mich wo man das lernen kann. Die meisten Menschen denken, dass man besonders begabt dafür sein muss ...“ teilt Keppler, „doch nach einem zweitägigen Visualisierungs-Seminar ist der meist gesprochene Satz dann doch oft: Ich hätte nie gedacht, dass ich so gut zeichnen kann.“ führt er fort.

 

Wer die Technik der Visualisierung in der Praxis kennenlernen möchte, hat am

24.-25.03.2018 die einmalige Gelegenheit, an einem "Visualisierungsgrundkurs für Trainer, Coaches, Führungskräfte und Mitarbeiter" teilzunehmen, um den alten inneren Kritiker „Aber ich kann doch gar nicht zeichnen!“ vom Gegenteil zu überzeugen.

Der zweite Seminarteil "Visualisierungskurs für Trainer, Coaches, Führungskräfte und Mitarbeiter - Fortgeschrittene" findet dann am 14.-15. Juli 2018 in Köln statt.    

 

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(Autorin - Sandra Korb, 05.10.2017)

 

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